FACING HISTORY - Kulturgeschichte im Dialog


Sonderausstellung in der Antikensammlung der Universität Bern

unter dem Patronat der Bildungs- und Kulturdirektorin des Kantons Bern,

Frau Regierungsrätin Christine Häsler.

 

Ausstellungsdauer:

7.Juni 2019 - 7.Juni 2020

Öffnungszeiten:

Do - So, 14 - 17 Uhr


Sprechende Skulpturen

Die griechischen und römischen Skulpturen der Antikensammlung Bern sind zu neuem Leben erwacht. Sie sprechen mit dem Publikum und sagen was sie denken. Interaktive Medien wie Spracherkennung, Emotionsanalyse, Mimikerkennung und Videomapping, ermöglichen das direkte Gespräch mit den historischen Skulpturen. Ein zehnköpfiges Team von Schauspielerinnen und Schauspielern hat bei der Entstehung der Ausstellung mitgewirkt. In insgesamt zwölf interaktiven Videoinstallationen verleihen sie den antiken Statuen und Büsten ihre Stimmen, ihren Ausdruck und eine zeitgenössische Sprache. Auf diese Weise treten die Skulpturen in einen poetischen Dialog mit dem Publikum. Die griechischen Gottheiten Hermes, Aphrodite, Apollon und Athena können über ein Mikrofon direkt ‹angesprochen› und zu ihrer Geschichte befragt werden. In prägnanten Videosequenzen erläutern die olympischen Gottheiten ihre Bedeutung in der griechischen Mythologie und äussern sich zu aktuellen Themen der Gegenwart.


Kulturelle Vielfalt

Im Fokus der Ausstellungsthematik steht die Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Ausgehend von historischen Anknüpfungspunkten wie der griechischen Mythologie oder der antiken Philosophie, vermittelt die Ausstellung in insgesamt zwölf Videoinstallationen aktuellste Themen der Gegenwart: Kulturelle Vielfalt, Digitaler Wandel, Gleichstellung, Kulturelle Verantwortlichkeit gegenüber sich selbst und der Gesellschaft. Verbindende Werte, wie sie sich ausgehend von der Renaissance, der Aufklärung und der Reformation bis hin zu den Prozessen der Emanzipations- und der Gleichstellungsbewegung herausgebildet haben, werden in leicht zugänglicher und äusserst lebhafter Weise vermittelt.


Preisgekröntes Pilotprojekt

Mit dem Pilotprojekt erschliessen die Ausstellungsmacher faszinierende neue Wege der digitalen Kulturvermittlung. Das Ausstellungskonzept wurde von den Medienkünstlern Franticek Klossner und Marc-André Gasser entwickelt und in Zusammenarbeit mit den Archäologinnen Prof. Dr. Elena Mango, Josy Luginbühl und Cinzia Marti sowie einem zwanzigköpfigen Team von Schauspielerinnen und Schauspielern, Maskenbildnern, Kameraleuten und Filmemachern, Programmierern und Ausstellungstechnikern in der Antikensammlung der Universität Bern umgesetzt. Im transdisziplinären Zusammenspiel ist eine höchst innovative Ausstellung entstanden, in der sich die verschiedenen Bereiche der Geisteswissenschaften, der darstellenden und der bildenden Künste im Spiegel der digitalen Transformation gegenseitig bereichern. Das spartenübergreifende Projekt wurde im Rahmen des Wettbewerbs zum Förderakzent «Kultur.Digital» vom Amt für Kultur des Kantons Bern als modellhaftes Vorhaben im Bereich der digitalen Kulturvermittlung ausgezeichnet. Mit dem Förderakzent «Kultur.Digital» unterstützt der Kanton Bern herausragende Projekte, die eine breite kulturelle Teilhabe ermöglichen und neue Perspektiven der digitalen Kulturvermittlung erschliessen.


Bildungsprojekt mit Modellcharakter

Die Ausstellung bereichert nicht nur das Kulturangebot der Stadt Bern, sie leistet auch einen sehr aktuellen und wichtigen Beitrag an das überregionale Bildungsangebot für Schulklassen aus der gesamten deutschsprachigen Schweiz. Sie vermittelt sowohl kulturelle Themen wie auch Themen der Digitalisierung und verbindet beide Bereiche mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Die digitale Transformation und ihr Einfluss auf unseren Alltag werden direkt physisch erlebbar. Der unkonventionelle Einsatz von Speech Recognition, Dynamic Video Mapping, Facial Expression Detection und Emotion Analysis, ermöglicht einen vollkommen neuen Zugang zu den Skulpturen der griechischen und römischen Antike. Gleichzeitig können die neuen Technologien im spielerischen Dialog erprobt und reflektiert werden. Dadurch wird die Medienkompetenz in pädagogisch attraktiver Weise gestärkt und gefördert.


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Kulturgeschichte im Dialog: Die Skulpturen der Antikensammlung interagieren sowohl mit dem Publikum wie auch untereinander.

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Griechische Mythologie mit Bezug zur Gegenwart: Der Götterbote Hermes äusserst sich zum digitalen Zeitalter.

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Interaktive Skulpturen

Ein zehnköpfiges Team von Schauspielerinnen und Schauspielern hat bei der Entstehung der Ausstellung mitgewirkt. In insgesamt zwölf interaktiven Videoinstallationen verleihen sie den antiken Statuen und Büsten eine zeitgenössische Sprache, Charisma, Charme und Charakter. Die griechischen Gottheiten Hermes, Aphrodite, Apollon und Athena können über ein Mikrofon direkt ‹angesprochen› und zu ihrer Geschichte befragt werden. Digitale Spracherkennung ermöglicht den Dialog in Echtzeit. In prägnanten Videosequenzen beantworten die olympischen Gottheiten die Fragen des Publikums und geben Auskunft zu ihrer Herkunft und zu ihrer Liebes- und Lebensgeschichte. Ihre Antworten geben nicht nur Aufschluss zu ihrem historischen Hintergrund und ihrer Bedeutung in der griechischen Mythologie; sie verraten auch in pointierten Worten, was sie zur aktuellen Gegenwart denken. Die Schauspielerin Eva Marianne Berger begeistert das Publikum in der Hauptrolle der mächtigen Pallas Athena, einer alles überragenden Monumentalskulptur deren Original sich im Louvre Paris befindet. Aphrodite, die Göttin der Schönheit und der Liebe, wird in einer ausdrucksstarken Performance von der international bekannten Schauspielerin Isabelle Stoffel verkörpert und der junge deutsche Schauspieler Johannes Schumacher brilliert als Satyr in einer überaus sinnlichen Interpretation des «Barberinischen Fauns», dessen Original in der Glyptothek in München steht. In weiteren Hauptrollen sind in der Ausstellung vertreten: Ben Gageik als Herakles, Lisanne Hirzel als römische Bürgerin, Malte Homfeldt als Götterbote Hermes, Jasmin Kiranoglu als Königin Niobe, Antonio Ramón Luque als Apollo von Belvedere und Bernhard Schneider als römischer Kaiser Caracalla.


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Facial Expression Detection & Emotion Analysis

In einer interaktiven Videoinstallation, die sich auf das sagenumwobene «Orakel von Delphi» bezieht, werden die Emotionen der Besucherinnen und Besucher analysiert und kommentiert. Der sprechende Kopf einer Monumentalstatue verkündet den überraschten Gästen in orakelhaften Worten «wie sie sich fühlen». Ihre Gesichtsoberflächen werden durch visuelle Mimikerkennung und digitale Emotionsanalyse eingestuft und nach dem errechneten Mittelwert ihrer Stimmungslage gedeutet. Die poetischen Antworten des Orakels werden individuell für die Besucher aus einer Video-Library abgerufen. Der bekannte junge Schweizer Schauspieler Antonio Ramón Luque verleiht dem digitalen «Emotions-Orakel» seine Ausstrahlung und seinen überzeugenden Ausdruck.


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Die Stimme der Gegenwart

Mit einer Videoperformance zur Geschichte der Philosophie und der Aufklärung, ist auch Deutschlands bekannteste freie Philosophin, die Bestsellerautorin Dr. Rebekka Reinhard in der Ausstellung vertreten. Mit ihrer Performance haucht sie einem Bildnis der antiken griechischen Dichterin «Sappho» neues Leben ein und verleiht ihr eine prägnante Stimme der Gegenwart. Umgeben von prominenten Zuhörern wie Platon, Sophokles und Homer, äussert sich die Philosophin zu aktuellen Fragen unserer Zeit. In engagierten Statements erörtert sie zentrale Ausstellungsthemen wie Diversität und interkulturelle Kompetenz, Gender und Gleichstellung, Globalisierung und Digitalisierung, Mündigkeit und Kulturelle Verantwortlichkeit gegenüber sich selbst und gegenüber der Gesellschaft.


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Sprechende Skulpturen: Der «Barberinische Faun» spricht über Nacktheit und Diversity in der Kulturgeschichte und erläutert den Begriff der «Kalokagathia».

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Sprechende Skulpturen: Der Schauspieler Antonio Ramón Luque leiht Apollon seine Stimme und sein Gesicht.


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